Bericht über die Doppel-Jubiläumsfeier am 01.10.2005

 

Das 20-jährige Bestehen des Kreisverbandes der Gehörlosen und das 15-jährige Bestehen des Kultur- und Freizeitzentrums der Gehörlosen im Kreis Recklinghausen (GLZ) wurde am 1. Oktober 2005 zusammen mit dem „Tag der Gehörlosen“ im Gehörlosen-Zentrum am Oerweg gefeiert.

 

Herr Jörg Hesseln eröffnete die Jubiläumsfeier und führte als Moderator mit interessanten und witzigen Zwischenkommentaren durch den offiziellen Teil der Feierstunde.

 

200 Besucher und 7 stellvertretende Bürgermeister bzw. Bürgermeisterinnen der Städte Recklinghausen, Datteln, Castrop-Rauxel, Haltern, Marl, Gladbeck und Oer-Erkenschwick und der Landrat des Kreises Recklinghausen kamen.

 

Im Namen des  Kreisverbandes begrüßte Herr Gerd Thyret als 1. Vorsitzender die Gäste, die Politiker und Politikerinnen und besonders herzlich die Ehrengäste Frau Hilde Gahlen und die Witwe des verstorbenen Ehrenvorsitzenden, Frau Käthe Stemmer.

 

Danach bekräftigte der Landrat, Herr Welt, in seinem Grußwort die enge Verbundenheit mit der Gemeinschaft der Gehörlosen im Kreis und sagte weiterhin seine Unterstützung zu, besonders für den geplanten Erweiterungsbau des GLZ.

 

Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Recklinghausen, Herr Zerbst überbrachte auch im Namen seiner Kolleginnen aus den Nachbarstädten herzliche Glückwünsche zu den Jubiläen . Er überreichte eine gemeinsame Spende von allen Stadtvertretern für den Erweiterungsbau des Gehörlosen-Zentrums.

 

Für den Fördererverein erzählte Herr Möhlen lebhaft aus der Geschichte des Vereins: von der Gründung des Vereins, dem Bau des GLZ, der Eröffnung der Beratungsstelle im GLZ und dem jetzt geplanten Erweiterungsbau.

 

Herr Jasper, der Leiter der Beratungsstelle, zeigte mit vielen Bildern die Entstehung des ersten Treffpunktes der Gehörlosen, den Bau des GLZ, die Einrichtung der Beratungsstelle und genaue Pläne vom Erweiterungsbau.

 

Im Rahmen des Tages der Gehörlosen sprach der Präsident der deutschen Kulturgemeinschaft der gehörlosen Sehbehinderten und Taubblinden, Herr Dieter Zelle über das Thema „Assistenz für Taubblinde und Usher-Betroffene“. Er forderte die anwesenden Politiker und Politikerinnen auf, den Kampf der Sehbehinderten und Taubblinden für die notwendige  Begleitung im Leben zu unterstützen.

 

Das zweite wichtige Thema des Tages war die Dolmetschersituation für hörgeschädigte Menschen. Herr Riekötter, der erste Vorsitzende des Landesverbandes der Gehörlosen NRW,  informierte zum richtigen Verhalten der hörgeschädigten Menschen beim Dolmetschen. Er betonte: die Aufgabe des Dolmetschers ist das Übersetzen. Es ist nicht seine Aufgabe den Gehörlosen zu helfen.

 

Frau Beele, Gebärdensprachdolmetscherin, machte in ihrem Vortrag deutlich klar, dass Hörgeschädigte Menschen ein Recht auf barrierefreie Kommunikation haben. Sie forderte die anwesenden Gehörlosen auf, ihr Recht auf die Bezahlung eines Gebärdensprachdolmetschers zu nutzen.
Die Finanzierung der Dolmetscherkosten ist beim Arztbesuch, im Arbeitsleben, bei der Polizei und im Gericht gesichert. Im Gegensatz dazu werden nicht in allen Stadtverwaltungen Dolmetscherkosten bezahlt. Frau Beele bat ernsthaft die anwesenden Politikerinnen auch in ihren Stadtverwaltungen dafür zu sorgen, dass die Kommunikations-Hilfen-Verordnung des Landes NRW befolgt wird!

 

Als Überraschung überreichte Frau Wormland, die zweite Vorsitzende des Kreisverbandes Blumen an den Vorsitzenden, Herrn Gerd Thyret und an  die frühere zweite Vorsitzende des Verbandes, Frau Wilma Mathis. Frau Wormland bedankte sich vielmals bei ihnen für ihre sehr gute Arbeit für die Gehörlosen.

Um die Geduld der Zuschauer zu belohnen wurden zum Abschluss des offiziellen Teils der Feier 3 Preise unter den Besuchern verlost und ebenfalls von Frau Wormland an die Gewinner übergeben.

 

Die gesamte Veranstaltung wurde gedolmetscht von Frau Beele und 4 weiteren Gebärdensprachdolmetscherinnen, die zur Zeit noch in der Ausbildung sind.

 

Nach den Grußworten und Vorträgen gab es reichlich selbstgebackenen Kuchen, Kaffee und Getränke.

Herr Trogant, Gebärdensprachdozent, bot einen Schnupperkurs in Deutscher Gebärdensprache (DGS) an. Auch Taktiles Gebärden wurde zum Schnuppern angeboten von Herrn Zelle, der selbst vom Usher-Syndrom betroffen ist.

 

Zum Abendessen wurde ein vielseitiges Büffet aufgebaut. Es gab selbst gemachte Salate, gegrillte Frikadellen und Würstchen.

Mit viel Stimmung und guter Laune wurde bis zum späten Abend gefeiert.

 

Der Kreisverband der Gehörlosenvereine teilt mit, dass bei der Doppel-Jubiläumsfeier 860,30 € eingenommen worden sind. Diese Summe spendet der Verein für den Erweiterungsneubau.

 

Vielen Dank an alle, die bei der Organisation des Festes mitgearbeitet haben und besonderen Dank an Herrn Trogant, der den Laptop mit Beamer bedient hat.

 

Gerd Thyret, Jutta Beele, Margit Maul

 

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