Kreisverband berichtet über die Wahlveranstaltung

 

Am Dienstag, 13.9.05, habe ich erfahren, dass Herr Schröder am Samstag, 17.9.05 zur SPD-Wahlveranstaltung nach Recklinghausen kommt. Gleichzeitig informierte ich die Beratungsstelle.

Am nächsten Tag versuchte Jutta Beele, mit der SPD-Partei

Recklinghausen in Verbindung zu setzen, ob sie die Dolmetscherkosten übernehmen kann. Sie sagte zu. Erfolgreich. Am Donnerstag mahlte ich die Info-Veranstaltung an allen Gehörlosen sowie hängte im GLZ auf.

Am Freitag teilte die Recklinghäuser Zeitung kurz mit, die Gebärdensprachdolmetscher teilzuhaben.

Am Samstag waren 13 Gehörlosen auf die Wahlveranstaltung anwesend, obwohl die Mitteilung sehr kurzfristig war. Die Plätze für Gehörlosen waren ganz vorne vor der Bühne reserviert, damit die Gehörlosen den Dolmetscher angenehm sehen konnten. Um 12 Uhr kamen Herr Schröder und Herr Müntefering zur Bühne. Zwei Gebärdensprachdolmetscher übersetzten die Rede von beiden Politikern. Es dauerte eine Stunde. Zum Schluss habe ich den Gehörlosen umgefragt.

1.  Die Gehörlosen haben an dieser Wahlveranstaltung in Recklinghausen zum ersten Mal teilgenommen.

2.  Warum kommen sie zur Veranstaltung?
Die Gehörlosen verstehen die Zeitung nicht und kommen deshalb dort, weil die Dolmetscher dabei sind. Ohne Dolmetschereinsatz würden sie nie kommen!!!

Die Organisation des Kreisverbandes war erfolgreich.

Ich danke die Anwesenheit der Gehörlosen.

Uwe Trogant

 

Fotobilder: Hier klicken!

 

"Es geht um jede Stimme",  hat Bundeskanzler Gerhard Schröder am Samstag die mehr als 30.000 Menschen auf den Wahlkampf-Abschlusskundgebungen in Frankfurt und Recklinghausen angespornt, bis zur Schließung der Wahllokale zu kämpfen.

Er werde weiter Bundeskanzler bleiben, sagte er unter dem Jubel der Menschenmassen. Die Opposition, die glaube, am Sonntag eine Mehrheit zu erreichen, werde sich in der Minderheit wiederfinden. „Alle, die dieser Tage die öffentliche Meinung manipulierten, würden „morgen eine Abfuhr erhalten“.

Scharf kritisierte er die unsozialen Pläne von Union und FDP, im Falle eines Wahlsiegs die Arbeitnehmerrechte massiv zu beschneiden und gleichzeitig mit Kirchhofs Kahlschlag den Spitzenverdienern große Steuergeschenke machen zu wollen.
 
"Die andere Seite will die Menschen rechtlos machen", sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder mit Blick auf Pläne von Union und FDP, den Kündigungsschutz und die Tarifautonomie zu lockern. In Deutschland dürfe es aber nicht dazu kommen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von heute auf morgen „gefeuert“ werden könnten, rief er den zahlreichen Anhängern zu. Schröder warnte davor, die schwarz-gelben Rentenpläne würden „Altersarmut“ wie in den USA nach sich ziehen. Er, das solidarische Gesundheitssystem „mit Zähnen und Klauen“ zu verteidigen“ und lobte das „eherne Prinzip“ der Tarifautonomie.

Schröder: Mit Kirchhof zahlen die ganz normalen Leute für Steuermillionäre
Scharf griff der Bundeskanzler den Steuerexperten der Union, Paul Kirchhof, an. „Jener Professor, der nach deren Willen auch noch Finanzminister werden wird, behandelt Menschen wie Autos“, sagte Schröder. „Menschen sind aber keine Sachen und können nicht wie Sachen behandelt werden“. Schröder kritisierte Kirchhofs radikal unsozialen Pläne, die bereits im ersten Jahr einer Umsetzung Mindereinnahmen des Staates in einer Höhe von über 40 Milliarden Euro mit sich brächten. Bezahlt werden solle dies von denjenigen, deren steuerfreie Zuschläge auf Nacht-, Schicht- und Feiertagsarbeit weggenommen werde. „Es zahlen die ganz normalen Leute diesen Steuersatz für Multimillionäre. Das können wir nicht zulassen", sagte Schröder. Die SPD werde dies verhindern.
 

Schröder: Zweifel an außenpolitischer Standhaftigkeit von Union
Mit Blick auf die Außenpolitik sagte Schröder, er unterstelle der Union nicht, dass sie nicht friedenswillig sei. Es sei aber fraglich, ob die Union standhaft sei, wenn  - wie im Irak-Krieg - mächtige Partner auf eine Beteiligung deutscher Truppen an Kriegseinsätzen drängten. „Helfen Sie mit, dass in unserem Sinne entschieden wird“, appellierte er an die Zuhörerinnen und Zuhörer.

Schröder bekräftigte, dass Deutschland bei dieser Wahl vor „drei großen Entscheidungen von unerhörter Bedeutung“ stehe. Die erste Frage sei, ob der Kurs der Erneuerung nach innen fortgesetzt werden könne, ohne den sozialen Zusammenhalt zu zerstören. Zweitens entscheide sich, ob Erneuerung möglich sei, „ohne die ökologische Sensibilität aufzugeben“. Zum dritten stehe die Rolle Deutschlands als mittlere Macht des Friedens auf dem Spiel.  „Wer glaubt den ernsthaft, dass diejenigen, die die Zeit in den 90er Jahren verpennt haben, den Aufbruch von heute und morgen organisieren können? " , fragte Gerhard Schröder unter dem Jubel der Menschen.

Deshalb rief der Bundeskanzler eindringlich dazu auf, bis zum Schließen der Wahllokale noch Unentschlossene für die SPD zu gewinnen. „Denken Sie daran, morgen am Wahltag Oma und Opa mitzunehmen, aber nur wenn die SPD wählen, rief er den begeisterten Menschen zu. 

Müntefering: Union und FDP stehen für totale Ökonomisierung der Gesellschaft
Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering sagte, Union und FDP stünden für die totale Ökonomisierung der Gesellschaft und wollten die Gewerkschaften entmachten. Er appellierte an die SPD-Anhänger, in den verbleibenden Stunden bis zur Wahl auf die noch unentschlossenen Wählerinnen und Wähler einzuwirken. “Kümmert euch um die, die, wenn sie hingehen, SPD wählen.“

Zurück Homepage Kreisverband