Vestischer Gehörlosen Verein Recklinghausen und Umgebung 1907e.V.
 

Vestische - Seelsorge Was ist das?

 

Seelsorge!

                         

Seelsorge – Was ist das?

Zuerst muß ich etwas erklären:

 

(A)  Wir schauen einen Menschen an:  Der Mensch hat von Natur körperliches Leben.

 

1. Das körperliche Leben zeigt sich

-          beim Atmen – beim Herzschlag – beim Blutkreislauf  - bei der Aufnahme von Nahrung – bei der Verdauung und vielem anderen. Das alles sind natürliche körperliche Lebensvorgänge.

 

2. Diese natürlichen Vorgänge hat der Mensch am Menschen erforscht. Was er jetzt darüber weiß,

    heißt  ‚medizinische Wissenschaft’.

 

 3. Der Mensch kann jetzt mit seinem Wissen eingreifen, wenn etwas nicht mehr richtig klappt. Er

     kann es wieder in Ordnung bringen. Das nennt man dann ‚heilen’. Die Heilmittel dafür heißen

     lateinisch ‚Medizin’. Technische Maßnahmen zum Heilen heißen ‚Operation’.

 

 4. Eine wichtige Worterklärung: Das natürliche Leben am Körper des Menschen heißt mit einem

     griechischen Wort ‚Physiologie’.

    ‚Physis’ bedeutet Natur und ‚Logie’ bedeutet Wissen. Also: ‚Physiologie’ = Wissen von den

     natürlichen Vorgängen am menschlichen Körper. 

 

5. Ein Vergleich mit einem anderen Wort: Du kennst auch das Fremdwort: ‚Biologie’.  ‚Bios’ ist

    Leben und ‚Logie’ ist  Wissen. ‚Biologie’ ist also das Wissen über Leben – z.B.: Tiere, Vögel,

    Fische, Käfer und viele andere!

 

 

(B)  Wir beobachten am Menschen aber noch mehr: Der Mensch hat von Natur seelisches Leben.

 

6. Dieses seelische Leben zeigt sich

        in Stimmungen (von fröhlich bis niedergeschlagen) – in Gefühlen (von Freude über Gleichgültigkeit bis Leid) – in Reaktionen (von Zuneigung über Wut bis zum Haß) – und in vielen anderen Zuständen des Gemütes.

 

7. Ein seelischer Zustand wird als angenehm oder unangenehm erlebt – als lustvoll oder unlustig

    empfunden.

 

8. Worterklärung:  Seele heißt auf griechisch ‚Psyche’. Die Wissenschaft über das seelische Leben

    des Menschen heißt daher ‚Psychologie’. Die Seele selbst kann man nicht sehen oder zeigen wie

    den Körper. Sie ist geistig, nicht körperlich. Aber sie ist eine Wirklichkeit wie der Körper!

 

9. Wie das körperliche Leben so kann auch das psychische Leben des Menschen krank werden. Es

    gerät in Unordnung.

 

1o. Um psychisch erkrankte Menschen kümmert sich die Psychotherapie. ‚Therapie’ ist wieder

      aus der griechischen Sprache und heißt ‚Heilkunde’. Es gibt also eine Psychotherapie =

      Seelenheilkunde.

 

11. Diese Seelenheilkunde hat zwei verschiedene Fächer:

a)      die Psychiatrie und

      b)  die Psychotherapie.       

            Beide Fächer nennt man ‚natürliche Seelsorge!

 

12. (a) Die Psychiatrie ist natürliche Seelsorge durch Ärzte. Die verabreichen Medikamente.

    (b) Die Psychotherapie ist natürliche Seelsorge durch Psychologen, auch Psychotherapeuten

         genannt. Bei ihnen besteht die Behandlung aus Gesprächen  - Analysen - über die

         seelischen Beschwerden.

 

13. (a) In der Psychiatrie sind Ärzte tätig. Sie haben ein Medizinstudium abgeschlossen und

           verordnen daher Medikamente. Ihre Medikamente heißen: Psychopharmaka!

           Manche Psychiater achten besonders auf den Nervenzustand des Kranke. Sie heißen dann

           auch Neurologen oder Nervenärzte

 

14. (b) In der Psychotherapie sind Therapeuten tätig, welche die innere Welt der Seele

           studiert haben. Sie versuchen ihre Kranken durch Gespräche und Nachforschen in früheren

           Erlebnissen zu heilen. Die Methode heißt ‚Analyse’ = ‚etwas aufdecken’. Analyse will

           krankhafte seelische Zustände aufspüren. Solche krankhafte Einstellungen kann man wieder

           richtig stellen.

 

 (C) Etwas ganz anderes ist die religiöse Seelsorge.

 

15. Die religiöse Seelsorge sieht den Menschen mit den Augen Gottes. Seit es Menschen gibt,

      haben die Menschen nach Gott gefragt. Das sehen wir an Tempeln aus alter Zeit. Das erkennen

      wir aus Beigaben in Gräbern. Die Menschen haben immer an ein Leben nach dem Tod

      geglaubt.

 

16. (a) Der christliche Glaube sagt: Gott hat sich uns zu erkennen gegeben. Gott hat zu den

           Menschen durch die Propheten (Bibel/Alter Bund) und durch seinen Sohn Jesus Christus 

           ( Bibel/Neuer Bund) gesprochen. Wir sagen: Gott hat sich offenbart!

 

      (b) Die Lehre über Gott heißt Theologie. ‚Theos’ ist ein griechisches Wort und bedeutet Gott.

            Logie bedeutet Wissen. Theologie ist ‚Wissen über Gott’.

 

17. Von der Theologie -  also der religiösen Botschaft - erfahren wir folgendes:

 

18. Der Mensch ist ein Geschöpf Gottes. Der Mensch ist sogar ein Abbild Gottes.

 

19. Der Mensch ist für ein ewiges Leben bestimmt. Darum hat der Mensch auf Erden eine

      Aufgabe. Er soll Gott ehren. Er soll Gutes tun. Er soll an das ewige Leben denken. Er soll sich

      um das ewige Leben mühen.

 

2o. Die religiöse Seelsorge will den Menschen helfen, diesen Auftrag Gottes zu erfüllen.

 

Wie macht sie das?

 

21. Sie feiert Gottesdienst (heilige Messe - Abendmahl) und verkündet die ‚frohe Botschaft von

      Jesus’.

22. Sie lehrt den guten Weg durch das Leben. (Religionsunterricht und Predigt)

 

23. Sie sorgt sich um alle Menschen. ( Caritas – Diakonie) Jeder ist unser Nächster.

 

24. Die religiöse Seelsorge gibt uns so einen Sinn für unser Leben. Was keinen Sinn hat, macht

      krank!

 

25. Die religiöse Seelsorge hilft uns aber auch, wenn wir versagt haben und mutlos sind. Sie führt

      uns zur Vergebung unserer Schuld. (Bußsakrament / Bußakt im Gottesdienst)  Schuld kann

      eine schwere seelische Last sein.

 

26. Die religiöse Seelsorge gibt Hilfe, wenn wir Krankheit und Leid ertragen müssen.

 

27. Die religiöse Seelsorge gibt unserem Leben durch ihre Feste einen schönen Rahmen.

 

28. Daraus folgt:

     Wenn ich mit Gott gut stehe, bin ich geistig/seelisch gesund.

     Die Probleme des Lebens verschwinden nicht, aber ich sehe sie mit anderen Augen.

     So endet mein Leben an einem guten Ziel = Ewiges Leben in ewiger Glückseligkeit!

 

29. Mein Leben ist ausgeglichen: ‚Gott ist meine Zuflucht und Stärke!’ (Ps. 45,2)

                                                    --------------------

(D) Ein Problem muß unbedingt noch besprochen werden!

 

3o. Es gibt auf der Welt viele Religionen. Das bedeutet: Überall suchen die Menschen nach Gott!

      Überall möchten die Menschen einen Sinn für ihr Leben sehen!

 

31. In einem Lexikon sind folgende Religionen auf der Welt aufgezählt:

 

Christen ( kath./evgl./orthodox/ freikirchlich) – Muslime – Hindus –Buddhisten – Taoisten – neuzeitliche Religionen – Stammesreligionen – Juden – Schamanisten – Sikkhs – Spiritisten – Konfuzianer – Shintoisten – Bahai’s – Jains – Parsen – Mandäer – verschiedene andere kleine Religionen.

Ohne Religion sind: Atheisten – Nichtreligiöse.

 

32. Gibt es eine wahre Religion? Kann man beweisen, daß eine Religion die einzig richtige ist?

      Nein!

      Das letzte Konzil der katholischen Kirche ( das 2. vatikanische Konzil von 1962 bis 1965 ) hat

      gesagt: Gott läßt sich von allen Menschen finden, die ihn suchen. Gott schenkt allen Menschen

     das ewige Heil, die sich ehrlich darum bemühen!

 

33. Wir Christen glauben, daß  unsere Religion eine besondere ist, weil unser Stifter Jesus Christus

      Gottes Sohn und Mensch geworden ist.

 

34. Ich denke: Am besten ist die Religion, welche am meisten Liebe zu Gott und Liebe zu den

      Menschen in die Welt bringt!

 

35. Soll ich eine Religion haben? Überlege: Es gibt viele Sprachen auf der Erde. Ich kann deshalb

      nicht sagen: ‚Mich interessiert Sprache nicht. Ich will gar keine Sprache können.’ Warum geht

      das nicht? Ohne Sprache bist du nämlich allein, bist du isoliert und am Ende verloren. So mußt

      du dir auch einen Glauben wählen. Sonst bist du verloren! (Verlorener Sohn!)

 

36. Zum Schluß einen guten Rat:

 

      Es ist gut, über Gott zu sprechen!     (Gespräche - Vorträge – Zeitungsartikel – Fernsehen)

      Es ist besser, mit Gott zu sprechen!  (Beten – jeden Tag – bei besonderen Anlässen)

 

 37. Gebet:

           Gott, du hast mich gewollt. Sonst wäre ich nicht. Ich danke dir!

           Gott, du kennst mich. Mache mich stark, wo ich gut bin. Hilf mir, wo ich schwach bin.

           Gott, du liebst mich. Ich möchte dich als meinem Vater lieben und gehorsam sein.

           Gott, laß mich immer Freude spüren, wenn ich bete. Dann wird alles gut. Amen!

 

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